Einladung zur Jahreshauptversammlung am 3. Mai 2019

Der Bürgerverein Oststadt lädt alle Mitglieder und Nichtmitglieder aus der Oststadt zur Jahreshauptversammlung

am 3. Mai 2019 um 19 Uhr in den Zukunftsraum, Rintheimer Straße 46 ein.

Tagesordnung, formeller Teil:
• Begrüßung
• Totenehrung
• Bericht des Vorstandes über Aktivitäten der letzten 2 Jahre
• Kassenbericht und Bericht der Kassenprüfer
• Aussprache über die Berichte
• Entlastung des Vorstandes
* Neuwahlen

  • 1. und 2. Vorsitzender
  • Kassier und Stellvertretender Kassier
  • Schriftführer und Stellvertretender Schriftführer
  • sechs Beisitzer
  • zwei Kassenprüfer

Behandlung eingegangener Anträge
Verschiedenes
kreativer Teil:
• Vorstellung derzeitiger Tätigkeitsfelder
• Sammlung von Anregungen und Ideen
• Beteiligungsinteresse und -möglichkeiten im Bürgerverein

Anträge sind bis zum 27. April 2019 schriftlich oder per E-Mail beim Vorstand
einzureichen.

Befragung der für den Stadtrat kandidierenden Gruppierungen zu Themen der Oststadt

Veranstaltung des OBV am 16. April im Pizzahaus


Alle 10 bei der Gemeinderatswahl 2019 antretenden Gruppierungen waren vertreten.

Beitrag des OBV Vorsitzenden Dr. Jürgen Scherle
Folgende drei Themen wurden zur Einführung in die jeweilige Fragerunde vom 1. Vorsitzenden des Bürgervereins Herrn Dr. Scherle folgendermaßen erläutert:

Innenverdichtung kontra Klimaanpassung
Als relativ alter Stadtteil, der Ende der 1880er Jahren begonnen wurde, ist ein großer Teil der Bebauung der Oststadt als geschlossene, meist 4 stöckige Blockrandbebauung ausgeführt. Während anfangs total geschlossene Blöcke gebaut wurden, wurde von der Lutherkirche bis zur Tullastraße dann zumindest nach 2-3 Häusern eine Gebäudelücke gelassen. Innerhalb der Blöcke waren nur zweistöckige Gebäude zugelassen. Das Negativbeispiel der Südstadt mit ihrer wilden und ungesunden Bautätigkeit sollte vermieden werden. Im innern der Blöcke ist ein Luftaustausch nur eingeschränkt möglich. Die dichte Bebauung mit großer Baumasse und äußerst geringem Grünflächenanteil und der große Abstand zu Freiland lässt die alten zentralen Stadtteile mit Blockrandbebauung zu hot spots, d.h.zu den heißesten Bereichen von Karlsruhe werden. In denen wird für das Ende des Jahrhunderts vorausgesagt, dass die Anzahl der Hitzetage mit über 30 Grad C sich nahezu verdoppeln und die tropischen Nächte mit Abkühlung nicht unter 20 Grad sich vervierfachen . Die Grünflächen reiche Gartenstadt hat dann Verhältnisse wie heute die Innenstadt, die Innenstadt wird zum Glutofen! Dem kann nur mit Rückbau bzw. Entkernung niederwertiger Hüttenwerke und nachfolgender Begrünung entgegengewirkt werden. Die üblicherweise geforderte Dachbegrünungen mit geringer Bodendicke und niederwüchsiger Vegetation ist im Hochsommer ausgebrannt und klimatisch nahezu unwirksam.
Während in vorangegangenen Studien zur Anpassungsstrategie ein Rückbau bis auf maximal 50% überbauter Fläche exemplarisch in einem Blockrand gegenüber dem Schlachthofgelände vorgeschlagen wird, ist im Rahmenplan Klimaanpassung von 2015 – insbesondere innerhalb geschlossener Blockrandbebauung – Rückbau nicht mehr als Maßnahme aufgeführt. Ich frage mich, ob man insbesondere dort, wo Rückbau bzw. Entdichtung am notwendigsten wäre, vor den Schwierigkeiten resigniert hat?
Qualifizierte Bebauungspläne, mit differenzierten Vorschriften sind in den Alten Stadtteilen meist nicht vorhanden, weshalb Innenverdichtung weitesgehend ungeregelt ist und Bauanträge sich nur an zufällig vorhandener Bebauung innerhalb der Blockränder orientieren müssen, die oft bei Wohnungsmangel in der Nachkriegszeit entstanden sind. Planungsfehler bzw. -mangel werden dadurch leider zum Maßstab der Innenverdichtung. Klimatische Aspekte spielen für die Genehmigung von Bauvorhaben leider keine Rolle!
Mit solcher Innenverdichtung wird uns die Zukunft verbaut! Im Hochsommer wird es dort nur bei geschlossenem und beschattetem Fenster mit Klimaanlagen erträglich sein. Der Begüterte zieht aufs Dach oder in die stark begrünten Wohnbereiche, die ärmere Schicht darf schwitzen. Issant wäre die Sterbestatistik älterer Mitbürger im letzten Sommer!ragen an die Kandidaten:
Wollen wir solche Wohnverhältnisse, um den Wohnungsmangel zu beseitigen?
Wie kann die übermäßige Innenverdichtung innerhalb der Blockrandbebauung gestoppt werden und wären Sie bereit hierzu Gesetzesänderungen zu initiieren?
Was sind die Kriterien, an denen wir die noch vertretbare Verdichtung messen?

Stellplätze für PKWs oder 365€ Ticket für den öffentlichen Nahverkehr
Unsere alte Blockrandbebauung entstand zu einer Zeit, in der Autos noch nicht existierten oder eine Seltenheit waren. Stellplätze und Garagen waren damals folglich noch kein Thema. In diesen Wohnbereichen sind deshalb weitestgehend PKW Stellplätze nur auf den Straßen vorhanden. Diese wurden während der Oststadtsanierung vor ca. 15 Jahren optimiert. Illegale Stellplätze nach der Straßenverkehrsordnung wurden mit der neuen Regelung zum Gehwegparken reduziert. Diese Regeln hat der BVO grundsätzlich für sinnvoll befunden, weil dem Fußgänger wieder mehr angemessener Raum zugestanden werden muss.

Wer keinen Stellplatz mehr findet, ist auf kurz oder lang gezwungen, sich einen Stellplatz in Tiefgaragen etc. anzumieten. Meist fehlen hierzu entsprechende Möglichkeiten wegen fehlender Stellplätze oder mangelnder Transparenz ungenutzter Tiefgaragenplätze. Eine solche Transparenz bzw. Liste freier, anmietbarer Stellplätze hätte der Bürgerverein gerne veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert. Aus rechtlichen Gründen kann die Stadt aber keine Daten zur Verfügung stellen!
Beim Verhalten der Stadtverwaltung zu fehlenden Stellplätzen hat man den Eindruck, dass man seelenruhig abwartet, dass der Trend, ohne eigenes Auto zu leben, sich auswirkt.

Der Bürgerverein hat bei der Genehmigung des Bebauungsplans im Bereich der Straßenbahndepots Ecke Durlacher Allee und Tullastraße gefordert, einen Teil der Tiefgaragenplätze den Bewohnern der angrenzenden alten Wohnbebauung anzubieten. Anstatt entsprechende Tiefgaragenplätze zu festzuschreiben, hat man die ohnehin erforderlichen Stellplätze auf ca. 50 % gesetzeskonform heruntergerechnet, da der öffentliche Nahverkehr für die Beschäftigten der künftigen Bürogebäude leicht zu erreichen sei! Finanzamt, EnBW etc. hat man wohl ebenfalls die erforderlichen Stellplätze heruntergerechnet. Die PKWs der Pendler belegen teilweise die dringend benötigten Stellplätze der Anwohner. Die Gerwigstraße ist keine Wohnstraße mehr, sondern ein riesiger Parkplatz!
Fragen an die Kandidaten:
Welche Möglichkeiten sehen Sie, Baulichkeiten mit Stellplätzen zu realisieren?
Welche Möglichkeit sehen Sie Leerstände in Tiefgaragen externen Anwohnern anzubieten und bekannt zu machen?
Halten Sie ein Straßenbahnticket für 365€ für Anwohner und Pendler für realisierbar, um den ohne-Auto-Trend zu befördern oder Pendler zum ÖPNV zu bringen?

Wohnungen statt Büros
Wo man hinschaut werden in der Oststadt Bürogebäude hochgezogen. Wohngebäude kann man dagegen an wenigen Fingern abzählen. In einem kürzlichem Leserbrief in der BNN wurde mit recht gefragt, wo denn die vielen Angestellten leben sollen. Ein zunehmendes umweltschädliches Pendlertum mit dem zuvor diskutierten Stellplatzmangel ist die Folge! Die Haid-und-Neu-Straße ist zur IT-Schmiede geworden. Der dafür vorgesehene Technologiepark östlich des Haupfriedhofes ist dagegen nach Jahrzehnten bei weitem noch nicht voll.
Der Bürgerverein hat bei der Genehmigung des Bebauungsplans im Bereich der Straßen-bahndepots gefordert, nicht nur Bürogebäude zu realisieren, die im übrigen unsere Verkehrsbetriebe nur zum kleinen Teil selbst nutzen werden, sondern auch einen Anteil Wohnungen im Baukomplex unterzubringen. Wir hatten gehofft, dass die Stadt auf ihre Tochter VBK dahingehend Einfluß ausübt. Es wurde mit der Begründung abgelehnt, dort gäbe es für Wohngebäude eine zu große Immisionsbelastung. In der verkehrlich mindestens so stark belasteten Haid-und-Neu-Straße dagegen genehmigt man auf dem Hoepfnergelände Gebäude für Pflegeheim, betreutes Wohnen und Kindertagestätte.
Die für Wohngebäude wenig belasteten Innenbereiche werden dagegen mit Finanzamt, BGV etc. bebaut. Nicht die sinnvolle Lage, sondern der zufällige Grundbesitz ist entscheidend dafür, was wo gebaut wird.
Unsere Wohngenossenschaften, die ein idealer Mietpreisdrücker sind, von denen die Oststadt aus historischen Gründen gut bestückt ist, hätten gerne Baugrund und kommen an diesen nicht ran. Hier kann ich nicht erkennen, dass die Stadtverwaltung gegensteuert. Die Dominanz der Wirtschaftsförderung ist scheinbar zu groß!

Fragen an die Kandidaten:
Welche Möglichkeiten sehen Sie, in der Oststadt mehr Wohnraum zu schaffen?
Sollte man den Bau von Bürogebäuden dagegen nicht beschränken?
Sollte man Baugenossenschaften nicht bezüglich günstigem oder gefördertem Baugrund bevorzugen?

Befragung der Parteien zur Kommunalwahl

am 16. April um 19.00 Uhr im Pizzahaus

Am 26. Mai ist Gemeinderatswahl. Deshalb wollen wir die Meinung der Parteien zu Themen und Problemen der Oststadt kennenlernen, die uns in den vergangenen Jahren betroffen haben. Dabei sind uns drei Themenfelder besonders aufgefallen: Schaffung von Parkmöglichkeiten, Klimaanpassung im dicht bebauten Bereich der alten Blockrandbebauung und Wohnungsbau kontra Bürogebäude. Ergänzend sollen auch die BürgerInnen den KommunalpolitikerInnen Fragen stellen können. Kommen Sie und nutzen Sie die Veranstaltung als Entscheidungshilfe zur Wahl!

Veranstaltungen des Bot. Gartens des KIT

Datum/ZeitVeranstaltung
07.04.2019
11:15 – 12:30
Prof. Peter Nick (KIT): Humboldt oder Indiana Jones? Globalisierung auf botanisch 
Botanischer Garten des KIT, Karlsruhe
12.05.2019
11:15 – 12:30
Dr. Günter Gerlach (Botanischer Garten München-Nymphenburg) : Hart an der Grenze…
auf
Humboldts Spuren von Cumaná bis an den Rio Negro 
Botanisches Institut, Gebäude 30.43, EG, Karlsruhe
26.05.2019
11:15 – 12:30
Prof. Norbert Leist (LTZ Augustenberg): Unterwegs in den Wäldern Kolumbiens – vom pazifischen Ozean zum Amazonas 
Botanisches Institut, Gebäude 30.43, EG, Karlsruhe
23.06.2019
11:15 – 12:30
Dr. Heiko Hentrich (Terra Medica): Überlebenskampf im Regenwald – über die faszinierenden Anpassungen tropischer Pflanzen an ihren Lebensraum 
Botanischer Garten des KIT, Karlsruhe
25.06.2019
18:00 – 20:00
Lehrende und Studierende der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe: Mit Wilhelm Lehmann durchs Botanische Jahr 
Botanischer Garten des KIT, Karlsruhe
07.07.2019
11:15 – 12:30
Maren Riemann (KIT): Killerpflanzen – Tödliche Verteidigungsstrategien in der Pflanzenwelt 
Botanischer Garten des KIT, Karlsruhe

Bürgerinformation und -beteiligung zum Durlacher Tor/Bernhardusplatz

von Jürgen Scherle, 1. Vorsitzender des Oststadt-Bürgerverein

Die von uns angeregte Veranstaltung Ende November war insofern ein voller Erfolg, dass über 150 BürgerInnen erschienen sind. Dies macht deutlich, dass BürgerInnen dann Interesse an ihrer Wohnumgebung zeigen, wenn man ihnen die Mitgestaltung eröffnet und die Möglichkeit dazu ausreichend bekannt macht.

Dafür, dass die Bürgerinformation/-beteiligung überhaupt stattgefunden hat, gebührt der Stadtverwaltung Dank. Auch wurde die bisherige (vorläufige) Planung anschaulich vorgetragen, aber leider wurde, abgesehen von der Nutzung als Verkehrsknotenpunkt, viel zu wenig auf mögliche Nutzungen der Stadtbevölkerung eingegangen. Die Ergebnisse der von uns durchgeführten Umfrage wurden zwar erwähnt, aber nur in wenigen Punkten in der Planung berücksichtigt. Die anschließende Möglichkeit der BürgerInnen Lob, Kritik und Anregungen anzubringen, war wenig strukturiert und zu kurz, da man bereits nach zwei Stunden den Saal für eine andere Veranstaltung räumen musste. Die Planung konnte von den BürgerInnen deshalb nicht ausreichend durchdacht und diskutiert werden. Auch mir, der sich seit längerem mit der Gestaltung des Platzes beschäftigt, war es erstmal nicht möglich, die Planung bezüglich kritischer Aspekte zu durchschauen.

Positiv ist der deutlich größere Anteil an Grünfläche im Vergleich zu bisherigen Planungsansätzen. Auch sind die auf Sitzhöhe angelegten Grünflächen (Schollen bezeichnet) interessant, aber möglicherweise wenig sinnvoll. Einige Bäume sollen zusätzlich gepflanzt werden, weshalb Ansätze des bei der Umfrage gewünschten Wäldchens zu erkennen sind. Die Fläche des Platzes vergrößert sich mit der Aufgabe der Querstraße vor Meidingerschule und Bernharduskirche beträchtlich. Mit der durchaus sinnvollen Beseitigung des Dammes zwischen Schule und Kirche wird der heutige kleine Platzteil mit Spielplatz zum großen neuen Platzteil hin geöffnet. Unter Berücksichtigung der bei unserer Umfrage und bei der Veranstaltung geäußerten Meinungen komme ich zu folgendem Ergebnis:

Negativ ist, dass sich die Gestaltung vorwiegend an Wege- bzw. Verkehrsbeziehungen orientiert. Mit der Öffnung des Dammes zwischen Kirche und Schule und dem geplanten Weg zwischen den zwei großen „Schollen“ wird der Fahrradverkehr zwischen Oststadt und Innenstadt mitten durch den Platz hindurch provoziert. Dieser verhindert beruhigte Platzbereiche. Die heutige Ruhe des Platzteils zwischen Kirche, Schule mit Spielplatz und „Oktave“ wird zerstört. Dies muß durch die Ausweisung als Fußgängerzone verhindert werden!
Die Wasserspiele sollten nicht an die westliche Platzspitze sondern zwischen die „Schollen“ gelegt und mit Sitzgelegenheiten umrahmt werden. Damit würde der Fahrraddurchgangsverkehr ausgebremst.
Der Fahrradverkehr sollte konsequent um den Platz herum gelenkt werden. Die offensichtlich derzeit geplante Mischnutzung der befestigten Fläche für Fußgänger und Radfahrer führt zu den bekannten Konflikten und Gefahren.

Als Sitzgelegenheiten sind bisher nur die betonierten, auf Sitzhöhe geplanten Schollenränder vorgesehen. Für längeres Sitzen, insbesondere für ältere Mitbürger, ist dies ungeeignet. Vielmehr sollten Parkbänke oder vergleichbares aufgestellt werden.

Ein Café mit Außenbestuhlung und ein Stadtteilmarkt wurde bei der Umfrage von 73 % der antwortenden BürgerInnen gewünscht. In der Planung sind diese bisher nicht vorgesehen, obwohl dieser Platz durch die vielen Umsteigemöglichkeiten (Bus, Bahn, U-Strab) eine ideale Kundenbasis bieten würde. Postiert man das Café an der westlichen Platzecke, wo jetzt noch die Wasserspiele vorgesehen sind, dann gäbe es auch keine Konkurrenz zur „Oktave“, die auf der beruhigten, entgegengesetzten Seite des Platzes liegt.

Den Stadtteilmarkt hatten wir ursprünglich vor der Meidingerschule angedacht. Die Marktfläche sollte als wassergebundene durchlässige Deckschicht ausgeführt werden. Nach einem Gespräch mit dem Marktamt, das ebenfalls den Platz als äußerst günstig für einen Markt beurteilt, halten wir die Fläche beim U-Strab-Zugang und bei der Bushaltestelle bis zu den drei vorhandenen großen Bäumen (Baumhain) für geeigneter. Dies auch deshalb, da laut Marktamt die Marktfläche befestigt sein sollte. Einen lockeren Baumbestand lässt dies aber durchaus zu.

Da der Markt bei weitem nicht nur von Oststädtlern besucht würde, hätte er großes Potential und wäre ein Gegenstück zum zentralen Markt hinter dem Europaplatz.

Der auf der Marktfläche bisher vorgesehene Grünflächenteil kann dafür zwischen Baumhain und Meidingerschule angelegt werden. Alternativ oder/und ergänzend dazu sollte vorwiegend eine wasserdurchlässige Deckschicht angelegt werden, in der man Bäume pflanzt , die mit der Zeit eine flächige Beschattung infolge Kronenschluss bewirken. Nur Wegebeziehungen sollten mittels schmalen Pflasterbändern befestigt werden. Diese durch Bäume bestandene und somit beschattete Fläche sollte sich von vor der Meidingerschule bis in den Platzteil zwischen Kirche und Schule hinein erstrecken und ein beruhigtes und beschattetes Zentrum des Platzes mit großer Aufenthaltsqualität werden.
Ich höre oft die spontane Meinung, dass auf diesem belebten Platz kein beruhigter Bereich möglich sei. Ein mehrmaliger Besuch des Platzes zeigt aber, dass der Straßenverkehr im Platzzentrum nur wenig zu hören ist, die Straßenbahnen nur heran- und davonrauschen und lediglich der Dieselmotor der Busse deutlicher wahrnehmbar ist. Letztere werden bald elektrisch angetrieben sein!

Vorschlag des Bürgervereins zur Bernhardusplatzgestaltung

Daneben läge der offene „Kirchplatz“, der bis zur Durlacher Allee reicht und die künstliche Anhöhe, auf der die Kirche steht, einbezieht. Er ist baumlos, um den Blick auf die Kirche von Westen nicht zu verstellen.
Die nördliche Anhöhe der Kirche wird als Parkplatz genutzt. Als Parkplatz sollte diese künftig nur für gehbehinderte Kirchenbesucher während der Messe zugelassen werden.

Die gesamte Fläche vor und zwischen Schule und Kirche sollte mit Infrastruktur (Strom, Wasser, Abwasser) für Kirchen und Straßenfeste versehen werden.

Der Bernhardusplatz wäre somit in drei funktionell unterscheidbare Aufenthaltsbereiche unterteilt: Eine beruhigte Zone, die am weitesten von Straßen und Haltestellen entfernt und durch Bäume beschattet wird (Elipse), der Bereich des Kirchplatzes (gepunkteter Kreis) und die belebte Marktfläche (gestricheltes Rechteck) mit dem Café (siehe den vorgestellten Entwurfsplan des Büros Mettler mit meinen Einträgen in schwarz).  

Die beiden geplanten Treppenanlagen über die gesamte Breite der Schule und der Anhöhe der Kirche sind unnötig groß und teuer. Man hat sich nicht an den ursprünglichen historischen Treppenanlagen orientiert. Ein Vorschlag von Seiten der Kirchengemeinde für eine zentrale Treppe hin zum Kircheneingang mit rechts und links davon angelegten Sitzstufen wäre angemessener. Ein Teil der dann verbleibenden Böschungen könnten mit ansprechender Begrünung versehen werden.
Die erhöhte Fläche vor der Meidingerschule gab es ursprünglich nicht. Diese wurde erst mit dem Damm in den 70er Jahren hergestellt. Die Eingangstreppe soll sich noch unter der Anschüttung befinden. Es stellt sich deshalb die Frage, ob es nicht angemessener ist, den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen.

Der Fußgänger und Fahrradverkehr vom südwestlichen in den nördlichen Teil der Oststadt und umgekehrt sollte nicht zwangsweise über den Bernhardusplatz sondern über einen weiteren Übergang über die Durlacher Allee auf Höhe der Bernhardstraße ermöglicht werden. Dieser würde zudem die schwer erträgliche Zerschneidung der Oststadt durch die U-Strab-Tunnelrampe um ca. 1/3 verkürzen. Bereits 2017 wurde dies von der SPD angeregt. Das Ergebnis einer zugesagten Prüfung durch die technischen Ämter ist bis heute nicht bekannt.

Auf die endgültige Platzgestaltung werden wir noch 2-3 Jahre warten müssen. In einem BNN-Artikel wurde geunkt, dass bis dahin der Platz wohl asphaltiert würde. Dies sollte unbedingt vermieden werden. Stattdessen sollte man die ohnehin geplanten Bäume schon jetzt pflanzen.

Um den Jahreswechsel 2019/2020 will man uns die veränderte Planung unter Berücksichtigung der Bürgeranregungen erneut vorstellen. Da noch viele Punkte nicht geklärt sind, befürchte ich, dass uns dann immer noch keine befriedigende Planung vorgelegt wird. Wir wollen deshalb darauf drängen, dass uns die überarbeitete Planungsgrundlage zur Diskussion vorgestellt wird, bevor man an die endgültige Planung geht. Wir haben die Platzgestaltung intern diskutiert und unsere Vorstellungen der Stadtverwaltung mitgeteilt.

Gerne würde ich Ihre Meinung dazu unter vorstand@bv-oststadt.de erfahren.

Ihr Jürgen Scherle, Vorsitzender des Bürgervereins Oststadt

Infoveranstaltung der Stadt zur Gestaltung des Bernhardusplatzes

Zu der vom BV-Oststadt initiierten und vom Gartenbauamt durchgeführten Veranstaltung kamen fast 200 Bürger. Frau Lutz als Leiterin des Amts begrüßte die Bürger, die Stadträte und die zahlreichen Vertreter der Stadt und der Parteien. Herr Beschorner von der mit der Gestaltung beauftragten Firma Mettler erläuterte die Planung aus dem Jahre 2010 bis hin zur aktuellen Gestaltung mit viel Grün in Form von Bäumen und Rasenflächen. Die Bertholdstraße direkt vor der Bernharduskirche wird verschwinden und der Wall zur Ludwig-Wilhelm-Straße wird für Fußgänger und Radfahrer durchbrochen: Es entsteht zwischen den zahlreichen Haltestellen für Busse und Bahnen ein recht großer Aufenthaltsbereich, der auch ein Wasserspiel enthält.

Gestaltungsentwurf des Bernhardusplatzes
Der Vorsitzende des Oststadtbürgervereins Herr Dr. Scherle erläuterte die Ergebnisse der Befragung der Bürger, die sich mehrheitlich auch für ein Cafe und einen Markt ausgesprochen hatten. Diese Themen wurden auch wiederholt bei der Fragerunde aufgegriffen, bei der sich zahlreiche Bürger und städtische Mitarbeiter beteiligten. In folgender Tabelle finden sie die Ergebnisse der Punktebewertung zu den diskutierten Themen:

Punktebewertung der Bürger zu den diskutierten Themen

Frau Lutz schloss mit dem Hinweis, dass Anfang 2020 eine weitere Bürgerinformation stattfinden wird, bei der die fortgesetzte Planung nochmals vorgestellt wird bevor der Gemeinderat die Mittel für die Gestaltung im Jahre 2021/22 genehmigen wird. (JK)