Informationsveranstaltung „Neubau der Moschee in der Käppelestraße“ am 18.01.2018

Liebe Mitbürger,
die kontroverse Diskussion in der Lokalpolitik um den Neubau der Moschee in der Karlsruher Oststadt will nicht aufhören. Die Stadt sieht baurechtlich keine Notwendigkeit zu einer formellen Bürgerbeteiligung durch städtische Behörden. Der Bürgerverein Oststadt und die Oststadt-Nachbarschaft sind der Meinung, dass sich die Bürger vor Ort und direkt im Gespräch mit der türkisch islamischen Gemeinde DITIB selbst ein Bild von dem geplanten Neubau machen sollen. Wir laden deshalb alle Bürger zu einer Informationsveranstaltung ein:

  • Termin: Donnerstag, 18.01.2018 um 19.00 Uhr
    Ort: in der bestehenden Moschee in der Käppelestraße 3

Damit die Bürger nicht nur über die Medien informiert werden, sondern die derzeitigen Verhältnisse und die Planung kennen lernen können, findet die Veranstaltung in Räumen der bestehenden Moschee statt. Die islamische  Gemeinde selbst wird die Pläne erläutern. Es sind außerdem Vertreter der christlichen Kirchen, der Stadt und der Parteien eingeladen. Wir beabsichtigen eine Podiumsdiskussion zu veranstalten, bei der auch Fragen der Bürger beantwortet werden.

Hier noch einige Vorabinformationen zur geplanten Moschee:

Es sind drei Geschosse mit zurückversetztem Dachgeschoss vorgesehen. Die Kuppel über dem Andachtsraum für 700 Personen ist insgesamt 17m hoch. Ein Minarett von 35m Höhe soll der Moschee einen repräsentativen Charakter verleihen. Eine Moschee besteht nicht nur aus dem Andachts-raum, wie bei unseren Kirchen. Vielmehr befinden sich darin auch Räume für soziale und kulturelle Zwecke.

Dr. Jürgen Scherle und Dr. Jakob Karszt
für den Vorstand des Bürgervereins Oststadt

11 Gedanken zu „Informationsveranstaltung „Neubau der Moschee in der Käppelestraße“ am 18.01.2018

  1. Cornelius Berkmann

    Seit sehr vielen Jahren gibt es in der Oststadt im Gewerbegebiet zwischen Einkaufsmärkten und Fitnessinstituten eine Moschee. Seit vielen Jahren ist auch das türkische Konsulat in der Oststadt. Wenn jetzt die Moschee in der ehemaligen Fabrikhalle durch eine Moschee ersetzt wird, die dem Stand der Technik entspricht und dann auch aussieht wie eine Moschee, ändert sich de facto überhaupt nichts an den bestehenden Verhältnissen. Die Informationsveranstaltung des Bürgervereins Oststadt und der Oststadt Nachbarschaft in den Räumen der bisherigen Moschee der Gemeinde als Informationsgeber war deshalb auch keine Veranstaltung zur politischen Lage und Einflussnahme der Türkei über die Ditib als Trägerverein bei uns. Es war auch keine Veranstaltung über den Islam und den Abweichungen zu unserem Werteverständnis. Denn es ging nicht um die große Politik sondern um nicht mehr und nicht weniger um die Oststadt in Deutschland hier in unserer Nachbarschaft.
    Sehr viel im Islam ist bekanntermaßen nicht verhandelbar, da es grundsätzlich zum System gehört. Genauso wie ja auch die Grundlagen unserer Kultur, unseren Wertekanons nicht verhandelbar sind. Wenn man jetzt in Diskussionen dann nur noch diese kritische Positionen vorbringt, wo man genau weiss, dass die andere Seite genauso antwortet, wie man es erwartet, weil sie es gar nicht anders kann, dann ist das wenig zielführend, weil man gar nicht an einer Antwort interessiert ist, sondern nur eine Bestätigung von etwas will, was man sowieso weiß. Man erreicht keine wirkliche Diskussion, wenn man den Gegner in eine Verteidigungsposition drängt. Entscheidend ist das Zusammenleben mit den türkischen Mitbürgern. Und das funktioniert hier in der Oststadt eigentlich gut und unauffällig. Solange nicht gegen unsere Gesetze verstoßen wird, ist es ok. Eigenheiten des Islam, auch wenn sie unserem Verständnis widersprechen, betreffen ja nur die Bürger der Moscheegemeinden. Sie haben auf unser Leben, unsere Kultur keinen Einfluss, wenn wir selbstbewusst uns ebenso unserer Kultur bewusst sind und unsere Werte leben. Das ist die Grundlage eines Umgangs auf Augenhöhe miteinander. Wo man ganz cool akzeptieren kann, dass andere auch anders sind. Und dann braucht man auch vor nichts Angst zu haben.
    Und wie gesagt, durch den Neubau einer bereits vorhandenen Moschee ändert sich überhaupt nichts an den Fakten in der Oststadt. Warum also all die Aufregung?

    Cornelius Berkmann

  2. Hans Barth

    Die veranstaltung war doch am 18.01.2018 aber in der Überschrift steht
    8 Gedanken zu „Informationsveranstaltung „Neubau der Moschee in der Käppelestraße“ am 18.01.2017“ ?????

  3. Reinhard Moysich

    DITIB verweigert sehr wichtige Antwort.

    Die Veranstaltung fand ich sehr enttäuschend. Denn DITIB weigerte sich sehr entschieden, die Frage zu beantworten, welche Haltung sie zur Scharia einnimmt. Somit muss befürchtet werden, dass DITIB die Richtlinie der so genannten „Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam“ befolgt, welche lautet, dass Muslime sich zwar an die Menschenrechte halten sollen – und nun kommt das riesige ABER: Immer dann, wenn die Menschenrechte jedoch dem islamischen Rechtssystem Scharia widersprechen, gelten nicht etwa die Menschenrechte, sondern die Scharia!
    Und dies bedeutet danach zum Beispiel: Menschen anderer Religionen gelten nicht nur als „Ungläubige“, sondern sogar als so genannte „Untermenschen“! Wobei nichtreligiöse Menschen noch nicht einmal das Recht haben, überhaupt zu leben! Und Frauen sind darüber hinaus auch nicht gleichberechtigt! Und es ist für Muslime nicht erlaubt, ihre Weltanschauung zu wechseln; im Gegenteil, sie müssen dann sogar mit der Todesstrafe rechnen!
    Die am Anfang der Diskussion von DITIB versprochene „Offenheit und Transparenz“ wurde also gar nicht erfüllt.
    VOR einem Bauantrag muss von dieser Moschee-Gemeinde zunächst sehr glaubwürdig versichert werden, dass für sie die Menschenrechte in jedem einzelnen Aspekt ÜBER der Scharia stehen – also AUSDRÜCKLICH Mitglieder anderer religiöser oder nichtreligiöser Weltanschauungen (einschließlich Atheismus) und Frauen gegenüber Männer als gleichberechtigt angesehen werden und Muslime selbstverständlich das Recht haben, ihre Weltanschauung zu wechseln.
    Andernfalls wäre diese Moschee mit Minarett für alle Menschen mit einer anderen Weltanschauung ein weithin sichtbares Symbol dafür, dass ihre zutiefst rechtens andersartige Weltanschauung von dieser Moschee-Gemeinde völlig abgelehnt wird.
    Ich finde, in solch einem Falle sollte mit allen friedlichen Mitteln, welche der wehrhafte Rechtsstaat zulässt, nicht nur der Neubau verhindert, sondern schon die jetzige Moschee geschlossen werden.

    1. BVO Beitragsautor

      Herr Moysich, wir haben auf der Veranstaltung eindeutig gehört, dass sich die muslimische Gemeinde auf dem Boden des Grundgesetzes bewegt, dieses anerkennt und die Religion auf dieser Basis ausübt. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Eine Verweigerung des Neubaus und erst recht die Schließung der bestehenden Moschee sind somit völlig abwegige Ideen.

  4. Reinhard Moysich

    Guten Tag,

    ich bitte sehr darum, dass VOR dem Präsentieren des geplanten Moschee-Neubaus zunächst von DITIB die menschenrechtliche Voraussetzung für solch ein Projekt dargelegt wird – oder möchten Sie sonst etwa evtl. von DITIB als „Ungläubiger“ oder „Untermensch“ degradiert oder noch nicht einmal das Existenzrecht zugesprochen bekommen wollen? Bitte bestehen Sie auf diese menschenrechtliche Notwendigkeit!

    Mit freundlichen Grüßen
    Reinhard Moysich

    „Menschenrechte zuerst“!

    In Karlsruhe leben Menschen der verschiedensten religiösen und nichtreligiösen Weltanschauungen. Und wenn sie alle in Frieden miteinander leben wollen und ein gesellschaftlicher Zusammenhalt gelingen will, müssen sie sich alle an ein übergeordnetes Regelwerk halten, welches auf der Grundlage von Fairness und Gleichberechtigung zwischen ihnen vermittelt – die universellen, überall geltenden Menschenrechte.
    Darum sollte bei der DITIB-Infoveranstaltung am 18.1.2018 (19:00 Uhr) zuerst darüber informiert werden, ob DITIB wirklich alle Paragraphen der Menschenrechte anerkennt. Oder ob sie die Richtlinie der so genannten „Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam“ befolgt, welche lautet, dass Muslime sich zwar an die Menschenrechte halten sollen – und nun kommt das riesige ABER: Immer dann, wenn die Menschenrechte dem islamischen Rechtssystem Scharia widersprechen, gelten nicht etwa die Menschenrechte, sondern die Scharia!
    Und dies bedeutet danach zum Beispiel: Menschen anderer Religionen gelten nicht nur als „Ungläubige“, sondern sogar als so genannte „Untermenschen“! Wobei nichtreligiöse Menschen noch nicht einmal das Recht haben, überhaupt zu leben! Und Frauen sind darüber hinaus auch nicht gleichberechtigt!
    Wenn DITIB zunächst nicht glaubwürdig versichert, dass für sie die Menschenrechte in jedem einzelnen Aspekt ÜBER der Scharia stehen (also AUSDRÜCKLICH Mitglieder anderer religiöser oder nichtreligiöser Weltanschauungen und Frauen gegenüber Männer als gleichberechtigt angesehen werden), dann – finde ich – macht es überhaupt keinen Sinn, noch weiter über den geplanten Moschee-Neubau zu informieren. Dann halte ich es für besser, angebracht und notwendig, sofort demonstrativ die Versammlung zu verlassen!
    Bei der Infoveranstaltung mit Menschen unterschiedlichster Weltanschauungen sollte also zuerst auf die an erster Stelle stehenden Menschenrechte hingewiesen und hinsichtlich Scharia näher erklärt und z.B. auch Atheisten als gleichberechtigt benannt werden.
    Falls dies nicht geschieht, wäre nach dem Verlassen der Veranstaltung dann im Weiteren zu überlegen, wie auf friedliche Art und Weise im Rahmen unserer wehrhaften Demokratie gegen diese (neue wie alte) menschenrechtswidrige Moschee demonstriert und rechtlich vorgegangen werden kann, mit dem Ziel der Schließung dieser Einrichtung.
    Sollte sich jedoch DITIB ohne Wenn und Aber zu den Menschenrechten bekennen, so würde ich mich freuen, wenn mit einem Neubau auch auf die gleichberechtigte Vielfalt aller Weltanschauungen hingewiesen werden kann.

  5. Scherle Jürgen

    Sehr geehrter Herr Schaarschmidt,
    nach neusten (im Deutschlandfunk gehört) Studien werden Muslime auch unter negativsten Szenarien noch sehr lange eine Minderheit unter 20 % in D sein. Eine Einführung der Scharia in unseren Gesetzen ist deshalb nicht zu befürchten. Aber was ist denn für Sie die Scharia? Von Steinigung oder Hand Abhacken habe ich in D und Frankreich, dass viel mehr muslimische Mitbürger hat, noch nichts gehört. Das wäre bei uns auch ein Verbrechen und müßte entsprechen bestraft werden.
    Vielmer besteht sie auch, oder vorwiegend aus unterhalb unserer Gesetzesschwelle liegenden Verhaltensregeln, die man freiwillig befolgen kann oder soll. Die gibt es auch in unseren christlichen Religionsgemeinschaften oder weltlichen Gemeinschaften. Der Imam, oder bei uns der Pfarrer, wirkt hier als Berater oder Schlichter von Streitigkeiten. Den Regeln unterwirft man sich aus freier Entscheidung oder aus sozialem/moralischem Druck .
    Warum wollen Sie Moscheen verhindern? Wollen Sie das Recht auf freie Ausübung der Religion nur bestimmten Religionen zugestehen?
    MfG
    Jürgen Scherle

  6. Winter

    Wieso ein Riesenturm wenn von dort kein Gebetsruf mehrmals am Tag ertönt? Ich vermisse auch noch für die Buddhisten und Hindus -es gibt sehr viele asiatische und friedliche Mitbürger-einen entsprechend ebenfalls repräsentativen Gebetstempel. Angesichts der antisemitischen arabischen Tätlichkeiten gegen jüdische Mitbürger wäre auch die Frage: wie will man die weitere Ausbreitung der radikal-islamistischen Ansichten verhindern? Ich sehe eine Bevorzugung des Islam gegenüber anderen Religionen mit dem riesigen Neubau. Und wenn schon ein Minarett dann mit täglichen Gebetsrufen mit ausreichender Beschallung. Kirchenglocken sind lauter oder? 😅

  7. Dr. Schaarschmidt

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    wie kann man den Bau solcher Moscheen, die Ausbreitung des Islam in Europa und die Einführung der mit unserem heutigen Grundgesetz unvereinbaren Scharia-Gesetzgebung in D verhindern sowie unsere Rechte für die Frauen erhalten. Dies alles kann doch nicht vonenander getrennt werden?
    mfg Ekart Schaarschmidt

  8. J.-M.Klein

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    hiermit stelle ich erneut die Frage, ob bei einem Besuch der Veranstaltung eine Bestuhlung vorgesehen ist oder ob die Besucher wie in Moscheen üblich, die Schuhe ausziehen und auf dem Boden sitzen müssen ?
    Sollte dies der Fall sein, kann ich leider aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Informationsveranstaltung teilnehmen.

    Mit freundlichen Grüßen

    J.-M.Klein

    1. BVO Beitragsautor

      Die Veranstaltung findet direkt neben der jetzigen Moschee in den Sozialräumen der muslimischen Gemeinde statt. Dort gibt es Sitzplätze. Einlass auch mit Schuhen!

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