Verein will jünger und politischer werden
Jahresauftakt des Bürgervereins Oststadt soll ein Ausrufezeichen sein / Dazu kam auch Prominenz
Von Markus Stahldecker
Der Jahresauftakt des Bürgervereins soll ein Ausrufezeichen sein – dazu kamen auch prominente Gäste, so auch Gottfried Greschner von Init. Foto: Jörg Donecker
Karlsruhe. Die Karlsruher Oststadt ist das Paradebeispiel für einen wirtschaftlich starken Stadtteil mit hoher Lebensqualität für die Bewohner. Dass das so ist, liegt auch an den engagierten Mitbürgern im Bürgerverein Oststadt. Doch der Verein hofft auf mehr Unterstützung in Zukunft – besonders von einer Bevölkerungsgruppe.
„Wir haben jetzt angefangen, uns auch für junge Leute zu öffnen.
Renate Krogmeier-Vieten
Bürgerverein Oststadt
Zum Jahresauftakt in der Oststadt versammelten sich zahlreiche Mitglieder und Interessierte im „eat & greet“ am Alten Schlachthof. Die Worte der seit September neuen Vorstandsvorsitzenden Renate Krogmeier-Vieten wollten so viele Leute hören, dass einige sogar stehen mussten. Ihr Tatendrang ist spürbar. Sie begrüßt die Gäste mit Humor und starkem badischen Dialekt.
Für die positive Energie ist nicht nur das „super Team“ im Vorstand verantwortlich. Sie sieht große Verantwortung in ihrer Aufgabe: „Ich freue mich auch, wenn ich Leuten helfen kann.“ Wichtig ist ihr der Austausch mit den Bürgern: „Im Moment haben wir zum Beispiel die Beleuchtung, die jetzt über Nacht auch ab 50 Prozent gesenkt werden soll.“
Ein weiteres Thema ist die Beruhigung der Georg-Friedrich-Straße, um die sich der Verein gemeinsam mit den Kiezblocks Karlsruhe bemüht. Dieses Projekt hat eine besondere Bedeutung für den Verein. Nicht nur, weil das Anliegen besonders viel Gewicht hat. Die Zusammenarbeit mit vielen jungen Menschen ist hier zentral. Der Ruf von Bürgervereinen sei eher altbacken, doch solche Aktionen zeigen einen neuen Weg. Krogmeier-Vieten sagt: „Wir haben jetzt angefangen, uns auch für junge Leute zu öffnen.“ Ein anderes Projekt hierzu ist die East Side Urban Art. Dabei soll das Stadtbild durch Graffiti und Malereien an öffentlichen Flächen aufgewertet werden. Dieses will Beirat Dieter Walde in diesem Jahr weiter vorantreiben.
Und solche jungen Menschen interessieren sich auch für den Verein. Gvantsa Namoradze ist vor Kurzem mit ihrem Partner in die Oststadt gezogen und kann sich vorstellen, sich hier zu engagieren. Sie erklärt: „Wir möchten die Menschen kennenlernen und etwas unternehmen. Vielleicht treten wir dem Verein bei.“
Vertreter der Politik und Wirtschaft zeigen Präsenz
Walde würde sich darüber freuen, denn seiner Meinung nach können Bürgervereine viel in der Stadt bewirken. Dazu brauche es Zuwachs: „Die Bürgervereine müssten doppelt oder dreifach wachsen, um allein von der Zahl ein ganz anderes Gewicht zu haben.“ So könnten die eigenen Interessen stärker vertreten werden – und somit auch die Lebensqualität steigen.
Beim Jahresauftakt präsentiert sich der Bürgerverein stark. Neben einer Reihe lokaler Sponsoren sind auch Landtagsabgeordnete und -kandidaten vertreten. Als Redner sind Bürgermeister Albert Käuflein (CDU) und Gottfried Greschner, Gründer und CEO der „init SE“, dabei. Im Jahr zuvor sprach unter anderem Georg Hoepfner. Mit diesem Aufgebot soll den Bürgern bewusst werden, welche Bedeutung die Oststadt für die Stadt Karlsruhe hat.
